Moderne Arbeitswelten sind das Produkt industrieller, gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung – mit Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Gesundheits- und Pensionssystem. Die daraus entstehenden Chancen und Herausforderungen für Menschen und Unternehmen bearbeitet der Bereich Arbeit & Soziales.

Arbeitsmarkt

Bis vor kurzem war Österreich noch das Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in der Europäischen Union, mittlerweile ist Österreich mit einer anhaltend schwierigen Arbeitsmarktlage konfrontiert. Zur Attraktivierung des Arbeitsstandortes Österreich braucht es eine konsequente Arbeitsmarktpolitik, die positive Beschäftigungsanreize schafft, betriebsnahe Qualifizierung fördert sowie überregionale Mobilität erhöht. Notwendig sind insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Positive Beschäftigungsanreize setzen
  • Passgenaue, überregionale Vermittlung verstärken und Unternehmensservice verbessern
  • Beschäftigungsfördernde Instrumente ausbauen und betriebsnahe Qualifizierung forcieren
  • Unternehmen bei der Beschäftigung von älteren Menschen unterstützen ()
  • Beratung und Sensibilisierung bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erhöhen ()

 

Arbeitsrecht

Arbeitszeit

Das derzeitige österreichische Arbeitszeitrecht ist unübersichtlich und sehr restriktiv. Die Rahmenbedingungen entsprechen vielfach nicht den Notwendigkeiten einer modernen Arbeitswelt. Insbesondere die gesetzliche Tageshöchstarbeitszeit von zehn Stunden ist vielfach nicht praktikabel. Um die notwendigen Rahmenbedingungen für geeignete Arbeitszeitmodelle in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt zu schaffen, besteht dringender gesetzlicher Änderungs- und Modernisierungsbedarf, speziell in folgenden Bereichen:

  • Praktikable Höchstarbeitszeitgrenzen
  • Verteilung der Normalarbeitszeit ‒ Durchrechnungsmöglichkeiten auf Betriebsebene
  • Ausnahme für autonome, selbstbestimmte Arbeitnehmer/innen
  • Praxisgerechte Wochen(end)ruhe
  • Praxisgerechte Kurzarbeitsregelung

Ausländerbeschäftigung

Die Abdeckung des spezifischen Bedarfs an Fachkräften in den österreichischen Unternehmen ist für die Wettbewerbsfähigkeit des Technologie- und Industrielandes Österreich von zentraler Bedeutung. Der Wettbewerb von Unternehmen um gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigt. Daher müssen Politik und Wirtschaft verstärkte Anstrengungen erbringen, um Österreich als Zielort gerade auch für internationale Talente in einem globalisierten, einem starken Wandel unterworfenen Umfeld positionieren zu können. Von zentraler Bedeutung ist etwa die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Lohnnebenkosten

Die gegenwärtige Struktur des österreichischen Steuer- und Abgabensystems belastet den Faktor Arbeit überdurchschnittlich hoch. Das wirkt wachstumshemmend und setzt falsche Anreize für die aktive Teilnahme am Wertschöpfungsprozess. Die Summe aus Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und sonstigen lohnabhängigen Abgaben der Dienstgeber UND Dienstnehmer („Arbeitszusatzkosten“) machte in Österreich im Jahr 2015 49,5 Prozent der gesamten Lohnkosten aus („Abgabenkeil“ = „tax wedge“). Im OECD-Durchschnitt liegt dieser Wert bei 35,9 Prozent. Das bedeutet, dass in Österreich fast die Hälfte der Kosten, die im Unternehmen für die Beschäftigung eines durchschnittlichen Arbeitnehmers bzw. einer durchschnittlichen Arbeitnehmerin anfallen, an Fiskus und Sozialversicherung geht. Nur 50,5 Prozent der Lohnkosten kommen direkt bei den Arbeitnehmern an. Österreich leidet damit auch im internationalen Vergleich unter besonders hohen Arbeitszusatzkosten.

 

Den größten Anteil des Abgabenkeils machen die Sozialversicherungsbeiträge der Dienstgeber aus. Es gilt, die Potentiale zur Senkung der Lohnnebenkosten unter den Gesichtspunkten der Effizienz und Kostenwahrheit zu realisieren.

Pensionen / Soziales

Sozialversicherung / Gesundheit

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